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Rotwild

Der unbestrittene König unserer Wälder ist der Rothirsch (Cervus elaphus). Hirschfleisch
In Deutschland ist er das größte Wildtier. Hirschbullen erreichen bei einer Länge von 250 cm ein Höchstgewicht von bis zu 300 kg, Hirschkühe maximal 100 kg und Kälber bis zu 70 kg. Durch ihre großen und weitverzweigten Geweihe sind ältere männliche Tiere unverwechselbar. Das als Jagdtrophäe begehrte Geweih wird nur von männlichen Tieren entwickelt. Ursprünglich lebten die Rothirsche bei uns in abwechslungsreichen halboffenen Landschaften mit Wäldern, Gebüsch und Grasland. In den letzten Jahrhunderten wurden sie jedoch von hier verdrängt, sodass sie heute zu nahezu reinen Waldbewohnern geworden sind. Man findet Rotwild in verschiedenen Unterarten sowohl in weiten Teilen Europas als auch Asiens, Nordafrikas und Nordamerikas.
Wildfleisch online bestellenDie Jagd auf Rotwild lässt sich anhand von Höhlenmalereien bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Damit gehörte es über Jahrtausende hinweg zu den wichtigsten Fleischlieferanten der nomadischen Sammler und Jäger. Auch in alten griechischen und römischen Schriften aus der Antike wird die Jagd auf Hirsche erwähnt. Im Mittelalter war die Jagd auf Rothirsche ausschließlich der adligen Oberschicht vorbehalten. Heute, Jahrhunderte nach der Ausrottung der großen Raubtiere wie Luchs, Wolf und Bär, steht die Jagd bei uns ganz im Zeichen der Wildhege, die verhindern soll, dass die Bestände zu sehr wachsen und durch Wildverbiss an Bäumen die Grundlagen der Forstwirtschaft gefährden. Dabei wird ein Rothirschbestand angestrebt, der mit den natürlichen Ressourcen seines Lebensraumes im Einklang steht. Die jährlichen Abschusspläne werden von Amts wegen festgelegt.
In der Jägersprache werden Hirschbullen nach der Anzahl der Enden ihrer Geweihstangen bezeichnet, vom „Spießer“, dessen Geweih noch keine Verzweigungen aufweist, bis hin zum kapitalen „Zwölfender“ oder gar darüber hinaus. Hirschkühe hingegen werden „Tier“ oder „Kahlwild“, Jungtiere als „Kälber“ bezeichnet. Eine Hirschkuh, die bereits ein Kalb „gesetzt“ hat, ein „Alttier“. Bis zum zweiten Lebensjahr werden Hirschkühe als „Schmaltiere“ bezeichnet, Hirschbullen als „Schmalspießer“.
In der Küche wird vor allem das fettarme und aromatische Fleisch der Kälber, der Schmaltiere und der Schmalspießer geschätzt. Es zeichnet sich durch eine kräftige rotbraune Färbung aus. Es wird meist mariniert oder gebeizt, geschmort oder im Backofen gegart.